„Westquaistr., Basel“
- Nighttalker

- 13. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

Ich habe beobachtet, wie schnell Ruhe zur Täuschung werden kann.
Ich stand an der Westquaistr, in Basel. Unter der Woche.
Es war still.So still, dass ich dachte: Genau solche Orte suchst du inzwischen.
Industriegebiet. Nichts Schönes im klassischen Sinn. Und trotzdem hatte es etwas.
Der Rhein ganz in der Nähe. Dieses ruhige, gleichmäßige Fließen. Kein Druck. Kein Lärm.
Ich habe mich wohlgefühlt.
Dann wurde es dunkel.
Und plötzlich war es vorbei mit dieser Ruhe.
Motoren. Laut. Aggressiv. Nicht dieses normale Fahren –sondern dieses Aufdrehen, dieses Erzwingen von Aufmerksamkeit.
Reifen, die über Asphalt schrien.Autos, die nicht mehr bewegt wurden, sondern vorgeführt.
Ich habe da gestanden und gemerkt, wie unangenehm mir das geworden ist.
Nicht nur laut. Sondern leer.
Manche Fahrer hatten ihre Fahrzeuge nicht im Griff.
Du hast gesehen, wie knapp das teilweise war. Zu schnell. Zu viel. Zu wenig Kontrolle.
Es hat nicht viel gefehlt.
Und genau in diesem Moment habe ich etwas verstanden.
Früher hätte ich gesagt: Sollen sie doch machen.
Heute sehe ich das anders.
Nicht, weil ich jemandem etwas verbieten will. Sondern weil ich gesehen habe, wie schnell aus so einem Spiel Ernst wird.
Ich habe gemerkt:
Dieses Posen stößt mich ab.
Es passt nicht mehr zu mir.
Ich brauche das nicht mehr. Dieses Laut-Sein. Dieses Gesehen-werden-Wollen um jeden Preis.
Ich will Ruhe.
Klare Gedanken. Kontrolle über das, was ich tue.
Nicht nur im Straßenverkehr. Sondern im Leben.
Ob das am Alter liegt?
Vielleicht.
Oder vielleicht daran, dass ich irgendwann angefangen habe, ehrlich zu mir selbst zu sein.
Wenn du ähnlich denkst,wenn du merkst, dass dich dieser Lärm eher abstößt als anzieht,
dann schau gern bei mir vorbei.
Auf meiner Seite findest du genau solche Gedanken.
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Nighttalker



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