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Die Stille in uns

  • Autorenbild: Nighttalker
    Nighttalker
  • 7. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
Nebelsee, ein See gehüllt in stillem Nebel.
Nebelsee, ein See gehüllt in stillem Nebel.

Ist es nicht manchmal einfach nur die Stille, die wir wollen?

Oder vielleicht nicht einmal die Stille um uns herum — sondern die Stille in uns selbst.

Diese Ruhe, die fehlt.

Dieses ständige Denken.

Dieses Gefühl, sich mit allem beschäftigen zu müssen.

Für alles erreichbar zu sein.

Für alles kämpfen zu müssen.

Immer irgendwo reagieren zu müssen.

Und manchmal wünsche ich mir einfach nur Ruhe.

Keine Antworten.

Keine Nachrichten.

Keine Diskussionen.

Kein Bildschirm, der leuchtet.

Keine Stimme, die etwas von mir will.

Nur Ruhe.

Ein stiller Kopf.

Nicht morgens aufzuwachen und sofort an Probleme, Aufgaben oder Erwartungen zu denken.

Sondern einfach dazuliegen.

In die Dunkelheit zu schauen.

Die Sterne zu betrachten.

Den Moment zu spüren, ohne ihn sofort erklären zu müssen.

Vielleicht ist genau das das, was uns allen fehlt.

Die Stille.

Die Stille, damit wir überhaupt denken können.

Die Stille, damit wir wieder wissen, wer wir eigentlich sind.

Die Stille, damit wir spüren, was wir wirklich brauchen.

Denn irgendwann merkt man:

Es ist nicht das Geld allein.

Nicht der nächste Kauf.

Nicht noch mehr Information.

Es ist etwas anderes.

Und vielleicht liegt genau dort auch das Problem.

Denn die Stille in dir — oder die Stille in mir — ist oft genau das, was wir nicht aushalten.

Sobald es ruhig wird, greifen wir wieder zum Handy.

Wir suchen Gespräche.

Videos.

Musik.

Nachrichten.

Irgendetwas, das uns beschäftigt.

Nicht weil wir neugierig sind.

Sondern weil wir uns selbst nicht mehr aushalten.

Weil wir vermeiden wollen, wirklich hinzuschauen auf das, was in uns vorgeht.

Dabei wäre genau das wichtig.

Zu spüren, was da eigentlich in uns lebt.

Welche Gedanken wir verdrängen.

Welche Sehnsucht da ist.

Welche Müdigkeit.

Welche Angst.

Oder vielleicht auch welche Wahrheit.

Wir Menschen suchen ständig.

Nach Erfolg.

Nach Anerkennung.

Nach Ablenkung.

Nach Bedeutung.

Aber vielleicht können wir nur in der Stille wirklich etwas finden.

Denn wenn alles laut ist, haben wir kaum eine Chance, uns selbst noch zu hören.

Und diese Welt ist laut geworden.

Social Media.

Nachrichten.

Meinungen.

Werbung.

Menschen, die ständig etwas wollen.

Kollegen.

Familie.

Termine.

Erwartungen.

Von morgens bis abends prasselt etwas auf uns ein.

Und irgendwann vergisst man fast, wie sich echte Ruhe überhaupt anfühlt.

Aber das, was wirklich zählt, zeigt sich oft erst dann, wenn wir alleine sind.

Wenn wir niemanden beschäftigen müssen und niemand uns beschäftigt.

Nur wir selbst.

Und vielleicht liegt genau dort die Wahrheit.

In diesen stillen Momenten nachts.

Wenn die Straßen leerer werden.

Wenn das Licht weicher wird.

Wenn die Welt für einen kurzen Augenblick langsamer wirkt.

Jeder erlebt diese Stille anders.

Manche zuhause am Fenster.

Manche draußen unter Sternen.

Und manche von uns irgendwo nachts auf der Autobahn.

Aber ich glaube, wir alle suchen dasselbe:

Einen Ort, an dem es endlich leise wird.


Nighttalker





 
 
 

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